Beschreibung:
Für Platz beschränkte Modelleisenbahner von besonderem Reiz ist auch heute noch der Versuch, eines der vielen, im Fachhandel erhältlichen sogenannten „Fertiggelände“ so umzubauen, dass es trotz seiner Kleinheit den Eindruck einer einem konkreten oder fiktiven Vorbild nachempfundenen Situation vermittelt.
Einer dieser Artikel ist das Fertiggelände „Mindelheim“ von der bekannten Zubehörfirma Noch, das sich mit seinen Abmessungen von 2,20 x 1,20 Metern noch recht gut zur Unterbringung in einer Studentenbude oder auch in einem Seniorenzimmer eignet.
In Anlehnung an die seinerzeit von Noch auf der Nürnberger Messe vorgestellte Ursprungsausstattung wird diese Version als virtuell nachgebaute Basisanlage unter der Artikelnummer JW 30214 angeboten.
Die hier vorgestellte virtuelle, mehr professionelle Anlage basiert ebenfalls auf diesem Fertiggelände und besitzt dieselben Abmessungen, bietet jedoch für den kundigen Anlagen- Praktiker in der hier angebotenen Ausführung ein wesentlich vorbildnäheres Erscheinungsbild auch für gehobenere Ansprüche:
- Der zweigleisige Rundkurs der Basisanlage wurde zugunsten eines kleinen Flusses (der „Mindel“), der die halbe Breite der ehemaligen Streckentrasse des Fertiggeländes beansprucht, entfernt. Dabei wurde die Trasse des äußeren Gleises höhergelegt und mit einer zusätzlichen Ausfahrt aus dem vorhandenen Endbahnhof verbunden. Dieser neue Streckenast „A“ überquert kurz nach der Ausfahrt aus dem Endbahnhof die „Mindel“ mit einer Brücke und folgt mit leichtem Gefälle dem Flussverlauf ein Stück, bevor er sich in einem Tunnel den Blicken entzieht und das Höhenniveau des Schattenbahnhofs (Fiddle Yard) erreicht.
- Der bisherige, aus dem Bahnhof ausgeführte Streckenast „B“ bleibt im Wesentlichen unangetastet und fällt mit starkem Gefälle bis zur Tunneleinfahrt des Schattenbahnhofs (Fiddle Yard) ab. Diese „Steilstrecke“ wird mit bergauf geschobenen Zügen und mit Bremsern (Modelle von Bernt Hoppe) besetzter Zugspitze befahren.
- Die so vorhandenen beiden Äste des Endbahnhofs bewirken, dass dieser Bahnhof als Spitzkehre funktioniert: Aus Richtung A hereinkommende Züge enden entweder im Bahnhof, bevor sie nach A zurückkehren oder fahren nach kurzem Aufenthalt weiter Richtung B und umgekehrt. Dabei sind sogar gleichzeitige Ein- und Ausfahrten („Parallelfahrten“) möglich. Eine kleine, nur manuell zu bedienende Drehscheibe am Ende der Bahnsteiggleise dient vor allem als Weichenersatz.
- Neben der Bahnhofsausfahrt wurde, einer Idee des bekannten Anlagenplaners Ivo Cordes folgend, ein Fabrikareal eingerichtet, das mit den dort vorgesehenen Rangierhilfen, zu denen auch ein Unimog (von Steffen Mauder) gehört, zusätzliche Abwechslung in den Betriebsablauf bringt.
- Die vorhandene Anlagenplatte wurde mit einer beidseitigen Trennkulisse ausgestattet, die die Szenerie in 2 unterschiedliche Hälften teilt und für deren optische Linearität sorgt. Dabei wurde angenommen, dass die Anlage nicht, wie sonst meist üblich, mit einer Langseite an einer Zimmerwand aufgestellt ist, sondern mit ihrer hinter dem Bahnhofsareal befindlichen Querseite. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, mit den ein- und ausfahrenden Zügen ein Stück mitzugehen (Walk around) um sie bei ihrer Fahrt kontrolliert zu steuern und zu beobachten.
Auch der Schattenbereich (Fiddle Yard) folgt anerkannten Modellbahnkriterien:
- Nach Erreichen des Schattenbereichs können eingefahrene Züge den hier befindlichen verdeckten Kreis durchlaufen. Lokomotiven, die etwa auf Höhe des sichtbaren Abdrücksignals (ohne Funktion) vom Zug abgekuppelt werden, können rückseitig wieder an ihren Zug ankuppeln und stehen dann quasi „automatisch“ wieder „richtig herum“ vor ihrem in richtiger Reihung befindlichen Zug.
- Zum Ab- und Umstellen (fiddeln) nicht eingesetzter Züge dienen sowohl die unterirdisch vorhandenen Enden der beiden Strecken, als auch die Andeutung von 4 Zugaufbewahrungskästen, von denen jeweils 2 zum Ansetzen an ein Streckenast- Ende vorgesehen sind. Da sich dieses Ansetzen in EEP nicht simulieren lässt, befinden sich die Zugaufbewahrungskästen übereinander am Anlagenrand und die Verbindung zur Anlage wird durch eine virtuelle Verbindung hergestellt.
Betrieblich lässt sich die Anlage vorzugsweise rein manuell steuern:
- Für einen manuellen Betrieb muss das auf dem Startbildschirm sichtbare Startsignal in Haltstellung verbleiben, damit die in die Strecken eingebauten Automatik- Kontaktpunkte beim Überfahren wirkungslos bleiben.
- Für einen automatischen Ablauf muss das beim ersten Start der Anlage sichtbare Startsignal jedoch auf Fahrt gestellt werden (vorher jedoch nicht vergessen, vorsichtshalber den Ausgangszustand einmal separat abzuspeichern). Dann läuft eine ca. halbstündige automatische Präsentation der wichtigsten betrieblichen Abläufe ab, die mit der Haltstellung des Startsignals endet, aber mit seiner erneuten Fahrtstellung wieder neu gestartet werden kann.
- Der Straßenverkehr sowie auch ein Teil der animierten Figuren bleiben auch im manuellen Modus weiterhin vollautomatisch in das betriebliche Geschehen integriert.
Nun wünsche ich viel Anregung und Freude mit dieser zwar kleinen, aber dennoch recht Vorbild nahen Profianlage.
© Dr. Jörg Windberg (2025)
Lieferumfang:
Neben der Modell- Grundausstattung befinden sich ca. 50 zusätzliche Shop-, Free- und Sondermodelle in der Anlage, abgespeichert in den einschlägigen Modellordnern. Eine ausführliche Dokumentation zur Anlage findet sich im Doc- Ordner.
Hinweise:
Die hier angebotene virtuelle Anlage wurde größtenteils mit EEP- Basismaterialien erstellt und ausgestattet. Als zusätzliche Modelle wurden darüber hinaus vorwiegend eigene (JW3-) Modelle eingesetzt sowie zahlreiche Freemodelle namhafter EEP-Konstrukteure, denen an dieser Stelle herzlich gedankt werden soll. Um eine vollständige Darstellung ohne Fehlmodelle zu erreichen, ist allerdings die Installation der Basisanlage Mindelheim (JW30214) in demselben Anlagenordner Voraussetzung.
Dieser Anlage wurde ein Fertiggelände, wie es im realen Modellbahnanlagen- Bau Verwendung findet, zugrunde gelegt. Darüber hinaus kann das EEP- Programm aber auch bei der Vorab- Planung der Verwendung dieses oder anderer Fertiggelände sehr gut für Modelleisenbahner, die sich noch nicht zu einer ausschließlichen Nutzung virtueller Eisenbahn- Simulationsprogramme durchringen konnten, zum Einsatz gelangen. Denn auch mit EEP lässt sich, auch ohne spezielle, ohnehin meist nicht sonderlich detaillierte Anlagenplanungsprogramme, schon ein sehr solider Eindruck von der Wirkung einer späteren Anlage vermitteln.